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Gerade einmal zwei Jahre ist es her, als du mit einem Auge das Licht der Welt erblicktest. Ich trennte mit einem Bindfaden die Nabelschnur durch und wusch Dein anderes Auge mit Kamillentee. Ich ließ dich mit zwei Wochen an den Blümchen in unserem Garten riechen, bis Mama Lulchen kam, und Dich entzürnt wieder in Dein Bettchen schleppte.
Die Blumen hast Du nie vergessen, Du hast daran gerochen und ich werde nie vergessen, wie Deine Äuglein strahlten und Dein Näschen sich an dem Duft ergötzte. Du warst der einzige Kater, der Fliegen konnte, Du warst kühn und liebtest unendlich die Natur.
Ich wollte Dir die Freiheit geben, und zwei Monate lang warst Du der glücklichste Kater auf dieser Welt. Doch Du warst zu kühn, liebtest unendlich die Natur, konntest im falschen Augenblick nicht fliegen, hast Dich aber noch fünf Meter einen steilen Hang hinauf geschleppt – unter einen Busch mit weißen Blüten.
Wie musst Du einsam gewesen sein, wie lange hast Du gelitten – eine Minute oder vielleicht 24 Stunden? Und ich war in diesem Moment nicht bei Dir. Ich habe Dich gesucht und zu Gott gebetet, ich will Dich finden: Lebend oder tot, Hauptsache ich weiß, wo Du bist.
Du hast mir einen Hund geschickt, der Dich gefunden hat – da lag mein kleiner Kuhli tot, versteckt unter dem Busch, direkt am Waldrand, die Vögelchen zwitscherten und entfernt donnerten die Lastwägen vorüber.
Ich habe Dir die Nabelschnur durchtrennt, jetzt habe ich Dich zu Grabe getragen. Wir vermissen Dich so unendlich, Deine Mami sucht unentwegt nach Dir. Warum hat das Auto nicht angehalten? Du hattest doch Dein Halsband mit Deiner Telefonnummer um.
Wir lieben Dich, können Dich nicht vergessen, denn
Liebe ist stärker als der Tod.
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